
ESG IT Kennzahlen: Die Grundlage für nachhaltiges IT-Management
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Key Takeaways
- ESG IT Kennzahlen quantifizieren die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung von IT-Systemen und sind essenziell für nachhaltiges Management.
- Regelungen wie CSRD und ESRS machen IT-ESG Reporting ab 2024/2026 verpflichtend.
- Wesentliche Kennzahlen umfassen Energieverbrauch, CO₂-Emissionen (Scopes 1-3), Ressourceneffizienz und Software Carbon Intensity (SCI).
- Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitieren von ESG IT Kennzahlen als Wettbewerbsvorteil und zur Einhaltung gesetzlicher Pflichten.
- Moderne Tools wie OpenTelemetry und Cloud Carbon Footprint ermöglichen automatisierte Datenerfassung und Reporting.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Bedeutung und Relevanz von ESG IT Kennzahlen
- Überblick der wichtigsten ESG IT Kennzahlen
- Zusammenhang von ESG IT Kennzahlen und Green IT bei KMU
- Praktische Maßnahmen für KMU
- Energieeffizienz Rechenzentrum
- Methoden zur Steigerung der Energieeffizienz
- Bedeutung der CO₂-Bilanz IT
- Tools und Strategien zur Erfassung und Optimierung der CO₂-Bilanz
- ESG Reporting IT – Anforderungen, Standards und Best Practices
- Integration der ESG IT Kennzahlen ins unternehmensweite ESG Reporting
- Fazit
- FAQ
Einleitung: Was sind ESG IT Kennzahlen und warum werden sie immer wichtiger?
ESG IT Kennzahlen sind spezifische, messbare Metriken, die die Leistung von IT-Systemen in den Bereichen Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) quantifizieren. Sie wandeln Rohdaten wie Energieverbrauch oder CO₂-Emissionen in vergleichbare Werte um – zum Beispiel in Tonnen CO₂ pro Jahr oder pro Umsatzeinheit.
Diese Kennzahlen gewinnen rasant an Bedeutung. Der Grund: Die IT-Branche ist ein wachsender Klimafaktor. Bereits heute verursacht die Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) etwa 4% der globalen Treibhausgasemissionen. Ohne Gegenmaßnahmen könnte dieser Anteil bis 2040 auf 14% steigen.
Zusätzlich schaffen neue Regelungen wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) ab 2024/2026 verbindliche Berichtspflichten für viele Unternehmen. Wer seine IT-bezogenen Umweltauswirkungen nicht kennt, wird diese Vorgaben nicht erfüllen können.
Bedeutung und Relevanz von ESG IT Kennzahlen für Unternehmen
ESG IT Kennzahlen spielen eine zentrale Rolle für die Nachhaltigkeit von Unternehmen. Sie machen die IT-spezifischen Umweltauswirkungen sichtbar und messbar – vom Energieverbrauch über CO₂-Emissionen bis hin zur Ressourceneffizienz.
Ein besonders wichtiges Konzept in diesem Zusammenhang ist die „doppelte Wesentlichkeitsanalyse“. Dieser Ansatz betrachtet zwei Perspektiven: Erstens, welche Auswirkungen hat die IT auf Umwelt und Gesellschaft? Zweitens, welche klimabedingten Risiken entstehen für das Unternehmen selbst? ESG IT Kennzahlen liefern für beide Perspektiven die nötigen Daten.
Durch transparentes Monitoring und Reporting schaffen Unternehmen Vertrauen bei ihren Stakeholdern. Sie zeigen, dass sie ihre Verantwortung ernst nehmen und proaktiv handeln. Dies stärkt nicht nur die Reputation und den Markenwert, sondern unterstützt auch die Erfüllung regulatorischer Anforderungen der EU.
Nicht zuletzt sind diese Kennzahlen ein wesentlicher Baustein für erfolgreiche Dekarbonisierungsstrategien. Sie helfen, Emissionen zu reduzieren, Ressourcen effizienter einzusetzen und letztendlich auch Kosten zu sparen.
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Überblick der wichtigsten ESG IT Kennzahlen und Messmethoden
Die wichtigsten ESG IT Kennzahlen umfassen quantitative Metriken, die verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte abbilden. Zu den zentralen Kennzahlen gehören:
- Energieverbrauch der IT-Infrastruktur (in kWh)
- CO₂-Emissionen, unterteilt nach den drei Scopes
- Ressourceneffizienz (z.B. Hardwarenutzung, Abfallmengen)
- Software Carbon Intensity (SCI)
Für ein vollständiges Bild müssen die CO₂-Emissionen nach verschiedenen Scopes erfasst werden:
Scope 1 umfasst alle direkten Emissionen aus eigenen IT-Anlagen, wie etwa Notstromaggregate in Rechenzentren.
Scope 2 deckt indirekte Emissionen ab, die durch den Kauf von Strom, Wärme oder Kühlung für den IT-Betrieb entstehen.
Scope 3 beinhaltet alle weiteren indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, etwa durch Herstellung und Transport von Hardware oder Cloud-Dienste.
Die Software Carbon Intensity (SCI) ist eine besonders aussagekräftige Kennzahl. Sie wird nach folgender Formel berechnet:
SCI = ((E × I) + M) / R
Dabei steht E für den Energieverbrauch, I für den Emissionsfaktor des Stroms, M für die in der Hardware enthaltenen Emissionen (embodied emissions) und R für eine funktionale Einheit wie Nutzer oder Transaktionen.
Zur Messung dieser Kennzahlen kommen zunehmend automatisierte Tools wie OpenTelemetry oder Cloud Carbon Footprint zum Einsatz. Sie ermöglichen eine kontinuierliche Datenerfassung und Echtzeit-Einblicke in die Umweltauswirkungen der IT.
Zusammenhang von ESG IT Kennzahlen und Green IT bei KMU
Green IT und ESG IT Kennzahlen sind eng miteinander verknüpft. Green IT bildet das Rahmenwerk für umweltfreundlichere IT-Systeme, während ESG IT Kennzahlen die Messinstrumente bereitstellen, um den Erfolg dieser Maßnahmen zu quantifizieren.
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist dieser Zusammenhang besonders relevant. Ab 2026 werden viele KMU unter die CSRD-Berichtspflicht fallen, wenn sie mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllen:
- Mehr als 250 Mitarbeiter
- Bilanzsumme über 20 Millionen Euro
- Jahresumsatz über 40 Millionen Euro
ESG IT Kennzahlen helfen KMU dabei, kostengünstige Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Durch die Messung und Optimierung von Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Ressourceneffizienz können sie nicht nur Kosten einsparen, sondern auch Wettbewerbsvorteile erzielen.
Eine effizientere IT-Infrastruktur schont nicht nur die Umwelt, sondern senkt auch die Betriebskosten. Darüber hinaus können KMU durch frühzeitige Anpassung an kommende Regulierungen teure Nachbesserungen vermeiden und sich als nachhaltige Unternehmen positionieren.
Praktische Maßnahmen für KMU zur Umsetzung von Green IT und Verbesserung der ESG IT Kennzahlen
Kleine und mittlere Unternehmen können mit diesen praktischen Maßnahmen ihre Green IT-Strategie umsetzen und ihre ESG IT Kennzahlen verbessern:
Automatisierte Monitoring-Systeme einführen
Installieren Sie automatisierte Systeme zur kontinuierlichen Erfassung von Energie- und Emissionsdaten. Diese Daten sollten in übersichtlichen Dashboards visualisiert werden, damit auch Nicht-Experten die Entwicklungen nachvollziehen können.
Mit solchen Monitoring-Systemen bekommen Sie einen klaren Überblick über Ihre IT-Umweltauswirkungen und können schnell auf negative Trends reagieren.
Lifecycle-Perspektive integrieren
Berücksichtigen Sie bei allen IT-Entscheidungen den gesamten Lebenszyklus der Geräte und Systeme:
- Herstellung (embodied emissions)
- Betriebsphase (Energieverbrauch)
- Entsorgung (Recycling, Wiederverwendung)
Diese ganzheitliche Betrachtung hilft, versteckte Umweltauswirkungen zu erkennen und zu minimieren.
SCI-basierte Tools für Software-Optimierung nutzen
Setzen Sie auf Tools, die die Software Carbon Intensity (SCI) Ihrer Anwendungen messen und optimieren. Ineffiziente Software kann erhebliche Mengen an Energie verbrauchen und damit den CO₂-Fußabdruck vergrößern.
Durch diese gezielten Maßnahmen können KMU gleich mehrere Vorteile erzielen: Sie senken ihren Ressourcenverbrauch, erfüllen kommende Reporting-Pflichten ohne Hektik und sparen gleichzeitig Kosten durch effizientere IT-Systeme.
Ein weiterer Vorteil: Die gesammelten Daten lassen sich direkt für das ESG-Reporting nutzen, was den Aufwand für die Berichterstattung deutlich reduziert.
Energieeffizienz Rechenzentrum als Schlüsselfaktor zur Reduktion von Energieverbrauch und Kosten
Die Energieeffizienz von Rechenzentren ist ein zentraler Hebel für Unternehmen, die ihre ESG IT Kennzahlen verbessern wollen. Warum? Rechenzentren sind echte Energiefresser. Sie machen einen Großteil des IT-Energieverbrauchs und damit der IT-bedingten Emissionen aus.
Wie bereits erwähnt, verursacht die IT-Branche bereits heute rund 4% der globalen Treibhausgasemissionen – mit steigender Tendenz. Ein erheblicher Teil davon geht auf das Konto von Rechenzentren.
Die kommenden Regulierungen im Rahmen von CSRD und ESRS werden spezifische Kennzahlen zur Energieeffizienz von Rechenzentren fordern. Unternehmen müssen daher schon heute anfangen, entsprechende Daten zu erfassen und Optimierungsmaßnahmen umzusetzen.
Energieeffiziente Rechenzentren bieten dreifachen Nutzen: Sie reduzieren den Energieverbrauch, senken die CO₂-Emissionen und sparen Betriebskosten. In Zeiten steigender Energiepreise wird dieser wirtschaftliche Vorteil immer bedeutsamer.
Die Optimierung von Rechenzentren sollte daher ganz oben auf der Agenda stehen, wenn es um die Verbesserung von ESG IT Kennzahlen geht.
Methoden zur Steigerung der Energieeffizienz im Rechenzentrum
Um die Energieeffizienz in Rechenzentren zu verbessern und damit die ESG IT Kennzahlen positiv zu beeinflussen, können Unternehmen verschiedene technische Strategien verfolgen:
Echtzeit-Optimierung der Workload-Verteilung
Implementieren Sie Algorithmen, die die Arbeitslast basierend auf der aktuellen Kohlenstoffintensität des Stroms verteilen. In Zeiten, in denen viel erneuerbare Energie im Netz ist, können rechenintensive Aufgaben bevorzugt ausgeführt werden.
Diese intelligente Steuerung kann den CO₂-Fußabdruck erheblich reduzieren, ohne die Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen.
Automatisierte Energiemessung integrieren
Bauen Sie ein umfassendes System zur kontinuierlichen Energiemessung auf. Dieses sollte in Ihre bestehende Infrastrukturüberwachung integriert sein und detaillierte Daten auf Rack-, Server- oder sogar Anwendungsebene liefern.
Nur was gemessen wird, kann auch verbessert werden. Genaue Energiedaten helfen, Ineffizienzen zu erkennen und gezielt zu beheben.
Lifecycle-basierte Bewertung für Hardware
Berücksichtigen Sie bei Investitionsentscheidungen nicht nur den Energieverbrauch im Betrieb, sondern auch die in der Hardware enthaltenen Emissionen (embodied emissions).
Bei der Außerbetriebnahme von Geräten sollten Sie Recycling oder Wiederverwendung priorisieren, um die Umweltbelastung zu minimieren.
Diese Methoden erfordern anfänglich Investitionen und Know-how, zahlen sich aber langfristig durch reduzierte Betriebskosten und verbesserte ESG IT Kennzahlen aus. Zudem positionieren sie Ihr Unternehmen als verantwortungsbewussten Akteur in einer zunehmend umweltbewussten Wirtschaft.
Die Bedeutung der CO₂-Bilanz IT für Unternehmen
Die CO₂-Bilanz der IT spielt eine Schlüsselrolle in den Nachhaltigkeitsstrategien von Unternehmen. Als umfassende Bestandsaufnahme aller IT-bezogenen Treibhausgasemissionen bildet sie das Fundament für Net-Zero-Strategien und Klimaneutralitätsziele.
Die IT-Emissionen umfassen alle drei Scopes:
- Direkter Betrieb von IT-Anlagen (Scope 1)
- Gekaufter Strom für IT-Systeme (Scope 2)
- IT-Lieferkette, Hardware-Herstellung und externe Dienste (Scope 3)
Besonders alarmierend: Ohne aktives Management können IT-Emissionen exponentiell wachsen. Jede neue Anwendung, jeder zusätzliche Server und jedes weitere Endgerät erhöht den CO₂-Fußabdruck. Die zunehmende Digitalisierung verstärkt diesen Effekt noch.
Gleichzeitig bietet die IT aber auch großes Potenzial für Emissionsreduktionen. Durch optimierte Infrastrukturen, energieeffiziente Hardware und klimafreundliche Software können Unternehmen ihre direkten und indirekten Treibhausgasemissionen deutlich senken.
Eine vollständige und präzise CO₂-Bilanz der IT ist nicht nur für die Umwelt wichtig, sondern trägt auch direkt zu den übergeordneten Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens bei. Sie macht Fortschritte messbar und hilft, weitere Optimierungspotenziale zu identifizieren.
Tools und Strategien zur Erfassung und Optimierung der CO₂-Bilanz der IT-Abteilung
Um die CO₂-Bilanz der IT-Abteilung effektiv zu erfassen und zu optimieren, benötigen Unternehmen geeignete Tools und durchdachte Strategien. Hier sind die wichtigsten:
Essenzielle Tools
OpenTelemetry ist ein leistungsstarkes Open-Source-Framework zur Erfassung von Telemetriedaten. Es kann so angepasst werden, dass es nicht nur Performance-Daten, sondern auch Energie- und Emissionsdaten sammelt. Diese Informationen bilden die Grundlage für die SCI-Berechnung.
Cloud Carbon Footprint ist ein spezialisiertes Tool zur Berechnung der CO₂-Emissionen von Cloud-Diensten. Es analysiert die Nutzung von AWS, Azure, Google Cloud und anderen Plattformen und erstellt aussagekräftige CO₂-Dashboards.
Diese Tools ermöglichen eine detaillierte Sichtbarkeit der IT-bezogenen Emissionen und helfen, Hotspots zu identifizieren.
Wirksame Strategien
- Kontinuierliche Datenerfassung: Implementieren Sie eine lückenlose Erfassung aller relevanten Umweltdaten. Nur mit kontinuierlichen Daten können Sie Trends erkennen und den Erfolg von Maßnahmen bewerten.
- Funktionsbasierte Bewertung: Bewerten Sie Ihre IT-Systeme nach funktionalen Einheiten – etwa Emissionen pro Nutzer, pro Transaktion oder pro Datensatz. Diese relativen Kennzahlen ermöglichen sinnvolle Vergleiche, auch wenn das Unternehmen wächst.
- Integration ins ESG-Reporting: Verknüpfen Sie Ihre IT-CO₂-Bilanz nahtlos mit dem unternehmensweiten ESG-Reporting. So wird die IT als integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie sichtbar.
Mit diesen Tools und Strategien können IT-Abteilungen ihre CO₂-Bilanz systematisch erfassen, analysieren und verbessern. Der resultierende Datenschatz liefert wertvolle Erkenntnisse für datenbasierte Entscheidungen und erfüllt gleichzeitig die steigenden Anforderungen an das ESG-Reporting.
ESG Reporting IT – Anforderungen, Standards und Best Practices
Das ESG Reporting für IT-Abteilungen unterliegt zunehmend strengeren Anforderungen. Hier ein Überblick über die wichtigsten regulatorischen Vorgaben, Standards und bewährten Vorgehensweisen:
Regulatorische Anforderungen
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) werden ab 2024/2026 schrittweise eingeführt. Sie fordern spezifische IT-bezogene Kennzahlen zu:
- Energieverbrauch
- CO₂-Emissionen
- Ressourceneffizienz
Besonders wichtig ist dabei das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit: Unternehmen müssen sowohl die Auswirkungen ihrer IT auf Umwelt und Gesellschaft als auch die Risiken des Klimawandels für ihre IT-Infrastruktur berücksichtigen.
Relevante Standards
Der Software Carbon Intensity (SCI) Standard nach ISO/IEC 21031:2024 bietet eine international anerkannte Methodik zur Berechnung der Emissionen von Software.
Die Scope-Klassifizierung nach dem Greenhouse Gas Protocol hilft dabei, IT-Emissionen korrekt zuzuordnen und Doppelzählungen zu vermeiden.
Best Practices
- Automatisierte Messsysteme implementieren: Verlassen Sie sich nicht auf Schätzungen oder manuelle Erfassung. Automatisierte Systeme liefern genauere und konsistentere Daten.
- Vollständige Lifecycle-Analyse durchführen: Berücksichtigen Sie den gesamten Lebenszyklus von IT-Komponenten, von der Herstellung über den Betrieb bis zur Entsorgung.
- Transparente Dashboards einrichten: Machen Sie ESG IT Kennzahlen für interne und externe Stakeholder zugänglich. Übersichtliche Dashboards fördern Verständnis und Akzeptanz.
Durch die Einhaltung dieser Anforderungen und die Anwendung der Best Practices können Unternehmen ein transparentes und aussagekräftiges ESG Reporting für ihre IT-Abteilungen etablieren. Dies schafft nicht nur Compliance, sondern unterstützt auch die kontinuierliche Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung.
Integration der ESG IT Kennzahlen ins unternehmensweite ESG Reporting
Die ESG IT Kennzahlen sind kein isolierter Bereich, sondern ein wesentlicher Baustein des gesamten ESG-Reportings eines Unternehmens. Eine erfolgreiche Integration erfordert durchdachte Prozesse und Strukturen.
Die IT-spezifischen Kennzahlen ergänzen die übergreifenden ESG-Daten und liefern detaillierte Einblicke in einen zunehmend wichtigen Emissionsverursacher. Ohne diese IT-Daten wäre das Gesamtbild der Unternehmensemissionen unvollständig.
Besonders in digitalisierten Unternehmen kann die IT einen erheblichen Anteil am ökologischen Fußabdruck haben. Eine vollständige Emissionsbilanz muss daher die detaillierten IT-Kennzahlen einbeziehen, um glaubwürdig und aussagekräftig zu sein.
Die IT-Abteilung spielt zudem eine strategische Rolle bei der Datenerfassung und -verarbeitung für das gesamte ESG-Reporting. Mit ihrer Expertise für Datenmanagement und Analysetools kann sie wertvolle Unterstützung für alle ESG-Bereiche leisten – nicht nur für den Umweltaspekt (E), sondern auch für soziale (S) und Governance-Aspekte (G).
Eine integrierte Berichterstattung erleichtert es zudem, Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Nachhaltigkeitsaspekten zu erkennen und ganzheitliche Strategien zu entwickeln. So können Synergien genutzt und Zielkonflikte frühzeitig erkannt werden.
Für eine erfolgreiche Integration sollten Unternehmen einheitliche Definitionen, Messmethoden und Berichtszeiträume für alle ESG-Bereiche festlegen. Nur so entstehen vergleichbare und konsistente Daten, die ein stimmiges Gesamtbild ergeben.
Fazit: Bedeutung von ESG IT Kennzahlen für nachhaltiges Wirtschaften und Wettbewerbsvorteile
ESG IT Kennzahlen sind mehr als nur Zahlen für Nachhaltigkeitsberichte – sie bilden das Fundament für ein zukunftsfähiges IT-Management. Mit ihrer Hilfe können Unternehmen ihre Umweltauswirkungen systematisch erfassen, analysieren und reduzieren.
In Zeiten wachsender regulatorischer Anforderungen sichern diese Kennzahlen die Compliance mit Vorgaben wie CSRD und ESRS. Statt in hektische Betriebsamkeit zu verfallen, wenn Berichtspflichten in Kraft treten, können vorausschauende Unternehmen bereits heute die nötigen Messstrukturen aufbauen.
Die wirtschaftlichen Vorteile sind beträchtlich: Energieeffiziente IT-Systeme und Rechenzentren sparen Betriebskosten. Green IT-Maßnahmen, die durch präzise Kennzahlen gesteuert werden, führen zu längeren Gerätelebensdauern und optimierter Ressourcennutzung.
Besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bietet die frühzeitige Beschäftigung mit ESG IT Kennzahlen Chancen. Sie können ihre Prozesse schrittweise anpassen, von Kosteneinsparungen profitieren und sich als verantwortungsvolle Marktteilnehmer positionieren.
Die Wettbewerbsvorteile reichen von verbesserter Marktposition durch Nachhaltigkeitsimage über Kosteneinsparungen bis hin zu einer höheren Attraktivität für umweltbewusste Kunden und Mitarbeiter.
Der Weg zu umfassenden ESG IT Kennzahlen mag zunächst herausfordernd erscheinen. Doch mit den richtigen Tools, einer durchdachten Strategie und kontinuierlichen Verbesserungen können Unternehmen jeder Größe ihre IT nachhaltiger gestalten – zum Nutzen von Umwelt, Gesellschaft und nicht zuletzt dem eigenen Geschäftserfolg.
FAQ
Was sind ESG IT Kennzahlen?
ESG IT Kennzahlen sind messbare Daten, die die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung von IT-Systemen abbilden und für nachhaltiges IT-Management genutzt werden.
Warum sind sie für Unternehmen wichtig?
Sie unterstützen Unternehmen bei der Erfüllung gesetzlicher Berichtspflichten, verbessern das Nachhaltigkeitsimage und helfen, Kosten durch effiziente IT zu sparen.
Welche sind die wichtigsten ESG IT Kennzahlen?
Energieverbrauch, CO₂-Emissionen (Scopes 1-3), Ressourceneffizienz und die Software Carbon Intensity (SCI) sind zentral.
Wie können KMU von ESG IT Kennzahlen profitieren?
KMU können durch gezieltes Monitoring und Optimierung Kosten senken, regulatorische Vorgaben einhalten und Wettbewerbsvorteile erzielen.
Welche Tools helfen bei der Erfassung der ESG IT Kennzahlen?
OpenTelemetry und Cloud Carbon Footprint sind Beispiele für Tools, die automatisierte und detaillierte ESG-Datenerfassung unterstützen.