Low Code Automatisierung KMU: Effiziente Digitalisierung und praxisnahe Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen

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Low Code Automatisierung KMU: Effiziente Digitalisierung für kleine und mittlere Unternehmen

Geschätzte Lesezeit: 15 Minuten

Key Takeaways

  • Low-Code- und No-Code-Plattformen ermöglichen KMU eine schnelle, kosteneffiziente Digitalisierung ohne große IT-Abteilungen.
  • Citizen Developer sind zentrale Akteure, die Fachbereiche befähigen, eigene digitale Workflows zu gestalten.
  • Die Kombination von No-Code und Low-Code bietet Flexibilität zwischen einfachen und komplexen Anwendungen.
  • Governance ist unerlässlich, um Sicherheitsrisiken und Wildwuchs bei selbstentwickelten Apps zu vermeiden.
  • Praxisbeispiele zeigen vielfältige Anwendungsfelder von internen Anträgen bis hin zu Lagerverwaltung.

1. Einführung: Warum Low Code Automatisierung für KMU wichtig ist

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen heutzutage vor einer besonderen Herausforderung: Sie müssen mit der digitalen Transformation Schritt halten, haben aber oft nicht die gleichen Ressourcen wie Großunternehmen. Begrenzte IT-Budgets und der allgemeine Fachkräftemangel machen es schwierig, mit dem Digitalisierungsdruck umzugehen.

Die gute Nachricht? Low-Code- und No-Code-Plattformen bieten einen praktikablen Ausweg. Diese Technologien ermöglichen es KMU, Geschäftsprozesse zu digitalisieren und Arbeitsabläufe zu automatisieren, ohne dass große IT-Abteilungen oder teure Softwareentwicklungsprojekte nötig sind.

Der Effekt für KMU ist dreifach:

  • Prozesse werden deutlich schneller digitalisiert – statt monatelanger Entwicklungszeiten sind viele Anwendungen in Tagen oder Wochen einsatzbereit
  • Die Kosten und Investitionsrisiken sinken erheblich, da keine teuren Speziallösungen programmiert werden müssen
  • Mitarbeiter werden von lästigen Routineaufgaben entlastet und können sich auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren

Low-Code Automatisierung erweist sich als echter Gamechanger für KMU, die ihre Abläufe modernisieren wollen, ohne dabei ihr Budget zu sprengen oder IT-Experten einstellen zu müssen.

2. Begriffsklärung: „Low Code Automatisierung KMU“ vs. klassische Automatisierung

Was ist Low-Code Automatisierung?

Bei Low-Code Automatisierung geht es um eine visuelle, modellbasierte Entwicklung von Software und Workflows. Statt mühsam Codezeilen zu schreiben, arbeiten Anwender mit einer intuitiven grafischen Oberfläche. Prozesse und Anwendungen werden durch Drag & Drop von Elementen, das Verknüpfen von Bausteinen und das Konfigurieren von Abläufen erstellt.

Der Begriff „Low Code“ verrät bereits: Es ist nicht komplett codefrei. Bei Bedarf kann punktuell Programmcode hinzugefügt werden, um speziellere Funktionen umzusetzen. Dieser Mittelweg zwischen kompletter Programmierung und reiner Konfiguration macht Low-Code so flexibel.

Der besondere Vorteil für KMU: Fachbereiche können selbst aktiv werden und ihre Prozesse digitalisieren, ohne jedes Mal die IT-Abteilung einschalten zu müssen.

Klassische Automatisierung im Vergleich

  • Entwickler schreiben Code in Programmiersprachen wie Java, C# oder Python
  • Projekte haben lange Laufzeiten von mehreren Monaten bis hin zu Jahren
  • Änderungen erfordern erneut IT-Spezialisten und durchlaufen oft lange Entwicklungszyklen
  • Die Entwicklung ist kostspielig und erfordert spezifisches Fachwissen

Der entscheidende Unterschied für KMU

Low-Code senkt die Eintrittshürde für Automatisierung massiv. Prozesse lassen sich deutlich schneller digitalisieren, kostengünstiger umsetzen und einfacher anpassen. Besonders wichtig für KMU: Die Fachbereiche haben mehr Kontrolle über ihre eigenen Digitalisierungsprojekte, anstatt von knappen IT-Ressourcen abhängig zu sein.

Gerade für KMU, die schnell und kosteneffizient digitalisieren müssen, bietet Low-Code einen pragmatischen Weg, um mit begrenzten Mitteln moderne, digitale Workflows zu schaffen.

3. Vorteile von Low-Code-Lösungen speziell für KMU

Schnellere Entwicklung und Umsetzung

Zeit ist ein kritischer Faktor in der Digitalisierung. Mit Low-Code-Plattformen entstehen Anwendungen und Workflows in Tagen oder Wochen statt in Monaten. Diese drastische Verkürzung der Entwicklungszeit hilft KMU, schneller auf Marktveränderungen zu reagieren und neue Ideen zügig umzusetzen.

Ein Formular-Workflow, der früher Wochen an Programmierung benötigte, kann mit Low-Code oft in einem Tag erstellt werden. Diese Geschwindigkeit ist für KMU im Wettbewerb entscheidend. Siehe auch detaillierte Vorteile bei der Geschäftsprozessautomatisierung für KMU.

Kosteneffizienz

Die finanziellen Vorteile von Low-Code sind für KMU besonders attraktiv:

  • Geringere Entwicklungskosten durch weniger Programmieraufwand
  • Oft SaaS-Modelle (Software as a Service) mit monatlichen Gebühren statt hoher Anfangsinvestitionen
  • Weniger Personalkosten für teure Entwickler
  • Reduzierte Wartungskosten durch einfachere Systeme

Diese Kostenstrukturen machen digitale Transformation für KMU finanziell tragbar. Mehr dazu in unserem Artikel zur effizienten Cloud-Automatisierung für KMU.

Entlastung der IT-Abteilung

In vielen KMU sind IT-Ressourcen knapp. Low-Code verlagert einen Teil der Digitalisierungsaufgaben in die Fachbereiche:

  • IT-Teams können sich auf komplexere technische Herausforderungen konzentrieren
  • Fachbereiche können einfache Workflows selbst erstellen und anpassen
  • Wartungsaufwand sinkt durch die standardisierten Plattformen

Diese Entlastung hilft, den IT-Flaschenhals in KMU zu überwinden – ein Aspekt, der eng mit Themen aus IT Operations Management Automatisierung verknüpft ist.

Flexibilität und Agilität

  • Schnelle Anpassungen ohne lange Entwicklungszyklen
  • Einfaches Testen von neuen Ideen mit geringem Risiko
  • Schrittweise Verbesserungen statt großer, risikoreicher Projekte

Diese Agilität ist besonders für KMU wichtig, die sich schnell an Marktveränderungen anpassen müssen.

Standardisierung und Fehlerreduktion

  • Konsistente Ausführung nach vordefinierten Regeln
  • Reduzierung von Eingabefehlern und Übertragungsfehlern
  • Transparenz durch automatische Protokollierung
  • Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit

Dies führt zu höherer Qualität und Zuverlässigkeit der Geschäftsprozesse.

Zugang zu modernen Technologien

  • Integrierte KI-Funktionen für Automatisierung und Datenanalyse
  • Chatbots und virtuelle Assistenten ohne eigene KI-Teams
  • Cloud-Technologien mit geringem Einrichtungsaufwand

Diese Technologien können KMU helfen, mit größeren Unternehmen gleichzuziehen. Näheres zu KI-Anwendungen in KMU finden Sie in unserem Beitrag über Künstliche Intelligenz im Geschäftsleben.

Für KMU bedeutet der Einsatz von Low-Code-Lösungen letztendlich Digitalisierung mit überschaubarem Risiko und schnell sichtbarem Nutzen – ein Weg, um mit begrenzten Ressourcen trotzdem wettbewerbsfähig zu bleiben.

4. No-Code Workflows: Unterschiede und Synergien zu Low-Code Automatisierung

Was sind No-Code Workflows?

No-Code bedeutet genau das, was der Name sagt: Es wird überhaupt kein Programmiercode benötigt. Alles wird über vollständig visuelle Konfiguration erledigt. Die Zielgruppe sind reine Fachanwender ohne technischen Hintergrund. Mit ein paar Klicks können sie Formulare erstellen, einfache Automatisierungen einrichten oder Daten visualisieren.

Typische Anwendungsbeispiele für No-Code sind:

  • Digitale Formulare (z. B. Urlaubsanträge, Reisekostenabrechnungen)
  • Einfache Genehmigungsprozesse mit festen Abläufen
  • Standard-Benachrichtigungen und Erinnerungen
  • Einfache Datenerfassung und -auswertung

Low-Code: Der flexible Mittelweg

Low-Code geht einen Schritt weiter und erlaubt bei Bedarf das Hinzufügen von Code für komplexere Funktionen. Hier ist die Zielgruppe etwas technisch versierter – sogenannte Citizen Developer oder IT-nahe Fachkräfte. Sie können die visuellen Tools nutzen, aber auch spezifischen Code hinzufügen, wenn es nötig wird.

Typische Low-Code Anwendungen umfassen:

  • Komplexere Geschäftslogik mit Verzweigungen und Bedingungen
  • Integration mit externen Systemen über APIs
  • Anspruchsvollere Datenverarbeitung
  • Maßgeschneiderte Benutzeroberflächen

Synergien zwischen No-Code und Low-Code

In der Praxis verschwimmen die Grenzen oft. Viele Plattformen bieten beides an und ermöglichen fließende Übergänge:

  • Fachanwender können mit No-Code-Funktionen beginnen
  • Bei komplexeren Anforderungen können IT-nahe Kollegen mit Low-Code-Elementen einsteigen
  • Einfach Workflows werden „geklickt“, spezielle Anforderungen mit Code erweitert

Diese Kombination ist besonders wertvoll für KMU, da sie maximale Flexibilität bietet. Sie können mit einfachen No-Code-Lösungen starten, die praktisch keinen technischen Hintergrund erfordern, und bei Bedarf zu komplexeren Low-Code-Funktionen übergehen.

Ein typisches Szenario in KMU könnte so aussehen: Die Buchhaltung erstellt mit No-Code einen einfachen Rechnungsfreigabe-Workflow, während die IT später mit Low-Code die Integration in das Buchhaltungssystem hinzufügt. So ergänzen sich beide Ansätze perfekt und decken unterschiedliche Komplexitätsstufen ab.

5. Praxisbeispiele & Use Cases KMU

Interne Antragsprozesse

  • Digitale Formulare ersetzen Papieranträge
  • Automatische Weiterleitung an Vorgesetzte zur Genehmigung
  • Erinnerungen bei ausstehenden Genehmigungen
  • Automatische Archivierung und Nachverfolgung

Ein mittelständisches Handelsunternehmen konnte so seine Bearbeitungszeit für Urlaubsanträge von durchschnittlich drei Tagen auf wenige Stunden reduzieren.

Kundenmanagement (CRM-Light)

  • Zentrale Erfassung von Kundenkontakten und Interaktionen
  • Automatisierte Nachverfolgung von Leads und Verkaufschancen
  • Erinnerungen für Folgeaktivitäten
  • Einfache Service-Ticket-Verwaltung für Kundenanfragen

Ein Ingenieurbüro mit 25 Mitarbeitern konnte mit einer Low-Code-CRM-Lösung seinen Verkaufsprozess straffen und die Reaktionszeit auf Kundenanfragen um 60% verbessern.

Einkauf & Beschaffung

  • Digitale Bestellanforderungen mit automatischer Budgetprüfung
  • Mehrstufige Freigabeprozesse basierend auf Bestellwert
  • Automatische Lieferantenbenachrichtigungen
  • Vertragsmanagement mit Fristenüberwachung

Ein mittelständischer Produktionsbetrieb reduzierte mit einer Low-Code-Beschaffungslösung seine Durchlaufzeiten im Einkauf um 40% und gewann deutlich besseren Überblick über offene Bestellungen. Weitere Details finden Sie im Artikel zur Low-Code Automatisierung im Einkauf.

Lager & Logistik

  • Mobile Apps für Bestandserfassung und Warenein-/ausgang
  • Automatische Benachrichtigungen bei Mindestbeständen
  • Vereinfachte Kommissionierung mit digitalen Picklisten
  • Integration mit Barcode-Scannern oder RFID

Ein Großhändler für Baumaterialien entwickelte eine eigene Lagerverwaltungs-App mit Low-Code, die perfekt auf seine speziellen Anforderungen zugeschnitten war – zu einem Bruchteil der Kosten einer Standardlösung.

Dokumentenerfassung & -verarbeitung

  • Digitale Formulare zur strukturierten Datenerfassung
  • Automatische Datenextraktion aus eingescannten Dokumenten (z. B. Rechnungen)
  • Regelbasierte Klassifizierung und Weiterleitung
  • Digitale Archivierung mit Volltextsuche

Eine Steuerkanzlei konnte mit einer Low-Code-Lösung zur automatischen Rechnungserfassung den manuellen Erfassungsaufwand um 70% reduzieren.

Zeiterfassung & Projektmanagement

  • Digitale Zeiterfassung mit mobilen Apps
  • Automatische Projektzuordnung und Auswertung
  • Status-Updates und Benachrichtigungen bei Meilensteinen
  • Ressourcenplanung und -visualisierung

Eine Werbeagentur mit 15 Mitarbeitern schuf mit Low-Code ein maßgeschneidertes Projektmanagement-Tool, das genau ihre kreativen Workflows abbildet und die Projektlaufzeiten messbar verkürzte.

HR-Prozesse

  • Digitale Onboarding-Checklisten für neue Mitarbeiter
  • Automatisierte Schulungszuweisungen und -nachverfolgung
  • Digitales Mitarbeiteraktenverwaltung mit Zugriffsrechten
  • Automatisierte Erinnerungen für Mitarbeitergespräche

Ein Pflegedienst mit 50 Mitarbeitern konnte den administrativen Aufwand im Personalbereich deutlich reduzieren und gleichzeitig die Einarbeitungsqualität neuer Mitarbeiter verbessern.

Der gemeinsame Nenner all dieser Beispiele? Zeitgewinn, weniger Medienbrüche, schnellere Reaktionszeiten und eine spürbare Entlastung der Mitarbeitenden von administrativen Aufgaben – genau das, was KMU in Zeiten des Fachkräftemangels dringend brauchen.

6. Rolle und Bedeutung von Citizen Developern in KMU

Wer sind Citizen Developer?

Citizen Developer sind Fachanwender aus Bereichen wie Vertrieb, Einkauf, Personalwesen oder Produktion, die mit Low-Code- oder No-Code-Plattformen eigene Anwendungen und Workflows erstellen, ohne professionelle Softwareentwickler zu sein. Sie haben Verständnis für Geschäftsprozesse, besitzen grundlegende digitale Fertigkeiten und die Motivation, Lösungen für ihre Abteilung zu entwickeln.

Im Unterschied zu IT-Fachleuten haben Citizen Developer meist keine formale Ausbildung in Programmierung oder Systemarchitektur. Sie nutzen die intuitiven visuellen Werkzeuge der Low-Code-Plattformen, um praktische Probleme ihres Arbeitsalltags zu lösen.

Besondere Bedeutung für KMU

  • Detaillierte Prozesskenntnisse: Sie kennen die Abläufe ihrer Abteilung aus täglicher Praxis und können diese präzise digital abbilden.
  • Überbrückung von IT-Kapazitätsmangel: In KMU mit kleinen oder gar keinen IT-Abteilungen schließen sie kritische Lücken bei der Digitalisierung.
  • Beschleunigung der Innovation: Ideen müssen nicht den Umweg über die IT nehmen, sondern können direkt umgesetzt werden.
  • Förderung der Eigenverantwortung: Fachabteilungen übernehmen Verantwortung für ihre digitalen Werkzeuge und deren Weiterentwicklung.

Ein typisches Beispiel aus der Praxis: Die Assistentin der Geschäftsführung eines mittelständischen Fertigungsbetriebs entwickelte selbst mit einer Low-Code-Plattform einen digitalen Workflow für Investitionsanträge. Sie kannte den Prozess genau, wusste, welche Informationen wann benötigt werden, und konnte eine maßgeschneiderte Lösung schaffen, die genau auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten war – ohne auf die überlastete IT warten zu müssen.

Die richtige Umgebung für Citizen Developer

  • Intuitive, visuelle Entwicklungsoberflächen ohne Programmierkenntnisse
  • Vorgefertigte Templates und Bausteine für typische Anwendungsfälle
  • Anleitungen, Tutorials und Community-Unterstützung
  • Sicherheitsfeatures und Governance-Funktionen, die auch ohne tiefes IT-Wissen nutzbar sind

Unternehmen profitieren am meisten von Citizen Developern, wenn sie diese aktiv fördern – durch Schulungen, Zugang zu den richtigen Tools und eine Kultur, die Innovation und eigenständiges Problemlösen wertschätzt.

Der Aufstieg der Citizen Developer in KMU ist ein wichtiger Trend, der die Digitalisierung demokratisiert und auch für kleinere Unternehmen mit begrenzten IT-Ressourcen zugänglich macht.

7. Citizen Developer Leitfaden: Schritt-für-Schritt-Anleitung für KMU-Fachanwender

1. Den richtigen Use Case auswählen

  • Suchen Sie nach wiederkehrenden, klar strukturierten Prozessen mit hohem manuellem Aufwand
  • Ideal sind Abläufe mit Formularen, Genehmigungen oder Standardbenachrichtigungen
  • Beispiele: Reisekostenabrechnung, Materialanforderungen, Urlaubsanträge oder Kundenbeschwerden

Tipp: Beginnen Sie klein, aber wählen Sie einen Prozess, der einen spürbaren Nutzen bringt, wenn er verbessert wird.

2. Prozess aufnehmen und vereinfachen

  • Skizzieren Sie den aktuellen Ablauf: Welche Schritte gibt es? Wer ist beteiligt? Welche Systeme werden genutzt?
  • Identifizieren Sie Schwachstellen und Verzögerungen im bestehenden Prozess
  • Vereinfachen Sie: Streichen Sie unnötige Schritte und reduzieren Sie Sonderfälle auf ein Minimum

Wichtig: Digitalisieren Sie nicht einfach den alten Prozess 1:1 – nutzen Sie die Gelegenheit für eine Optimierung!

3. Geeignete Low-Code/No-Code-Plattform auswählen

  • SaaS-Angebot (Software as a Service) für schnellen Start ohne Installation
  • DSGVO-Konformität und Sicherheitsstandards
  • Integrationsmöglichkeiten mit bestehenden Systemen (E-Mail, Office 365, ERP, CRM)
  • Verfügbare Templates für typische Anwendungsfälle
  • Intuitive Bedienbarkeit und deutschsprachiger Support
  • Preis-Leistungs-Verhältnis und flexible Skalierbarkeit

Tipp: Viele Anbieter bieten kostenlose Testversionen – nutzen Sie diese für erste Experimente.

4. Erste Version als Prototyp erstellen

  • Nutzen Sie die Drag-&-Drop-Funktionen, um Formulare und Workflows zu erstellen
  • Konfigurieren Sie die grundlegenden Schritte: Datenerfassung, Genehmigungen, Benachrichtigungen
  • Halten Sie es einfach: Verwenden Sie nur dort Low-Code/Programmierung, wo es wirklich notwendig ist
  • Testen Sie selbst gründlich, bevor Sie andere einbeziehen

Denken Sie daran: Perfektion ist nicht das Ziel des ersten Prototyps – Funktionalität ist wichtiger.

5. Mit kleinem Nutzerkreis testen (Pilot)

  • Wählen Sie 3-5 aufgeschlossene Kollegen für den Pilottest
  • Erklären Sie ihnen den Zweck und bitten Sie um ehrliches Feedback
  • Beobachten Sie die Nutzung und notieren Sie Verbesserungsvorschläge
  • Beheben Sie auftretende Probleme und optimieren Sie die Usability

Ein erfolgreicher Pilottest schafft Vertrauen und Akzeptanz für den späteren vollständigen Rollout.

6. Governance-Fragen prüfen

  • Stimmen Sie sich mit der IT-Abteilung ab (Schnittstellen, Sicherheit, Datenschutz)
  • Definieren Sie Verantwortlichkeiten: Wer pflegt und aktualisiert die Anwendung?
  • Klärung von Zugriffs- und Berechtigungskonzepten
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Lösung Unternehmensrichtlinien entspricht

Dieser Schritt ist wichtig, um spätere Konflikte oder Sicherheitsprobleme zu vermeiden. Diese Rolle der Governance wird auch in Low-Code Governance in KMU vertieft.

7. Rollout und Schulung

  • Erstellen Sie kurze, verständliche Anleitungen (Screenshots sind hilfreich)
  • Bieten Sie 15-30 minütige Schulungen für Nutzergruppen an
  • Benennen Sie einen Support-Ansprechpartner für Rückfragen
  • Kommunizieren Sie klar den Nutzen und Zweck der neuen Lösung

Je einfacher die Einführung für die Anwender ist, desto höher wird die Akzeptanz sein.

8. Kontinuierlich optimieren

  • Sammeln Sie Nutzerfeedback und Verbesserungsvorschläge
  • Beobachten Sie Kennzahlen wie Durchlaufzeiten oder Fehlerquoten
  • Passen Sie den Workflow an neue Anforderungen an
  • Erweitern Sie die Lösung schrittweise um zusätzliche Funktionen

Die kontinuierliche Verbesserung ist ein Schlüsselfaktor für langfristigen Erfolg.

Dieser Leitfaden bietet einen praxisorientierten Einstieg für Fachanwender in KMU, die mit Low-Code ihre ersten Schritte in der Prozessautomatisierung gehen möchten. Der Fokus liegt dabei auf schnellen Erfolgen mit überschaubarem Aufwand – genau das, was KMU brauchen.

8. Low-Code Governance in KMU: Notwendigkeit, Herausforderungen und Best Practices

Warum Governance unerlässlich ist

  • Schatten-IT: Unkontrollierte Anwendungen entstehen ohne Wissen der IT-Abteilung
  • Sicherheitsrisiken: Ungeschulte Entwickler könnten sensible Daten unzureichend schützen
  • Wildwuchs: Mehrere ähnliche Anwendungen entstehen parallel, ohne Abstimmung
  • Verletzung von Compliance-Anforderungen: Datenschutz oder Branchenvorschriften könnten unwissentlich missachtet werden

Ein strukturierter Governance-Ansatz schützt vor diesen Gefahren, ohne die Innovationskraft der Citizen Developer zu bremsen.

Typische Herausforderungen in KMU

  • Fehlende Transparenz: Niemand hat den Überblick, wer welche Apps entwickelt und einsetzt
  • Unzureichende Daten- und Zugriffssicherheit: Sensible Daten werden möglicherweise unzureichend geschützt
  • Mangelhaftes Änderungsmanagement: Anpassungen erfolgen unkoordiniert und ohne Dokumentation
  • Abhängigkeit von Einzelpersonen: Wissen über selbstentwickelte Lösungen ist oft nur in den Köpfen der Ersteller

Diese Herausforderungen sind in KMU oft besonders ausgeprägt, da dedizierte IT-Governance-Rollen häufig fehlen.

Best Practices für effektive Low-Code Governance in KMU

1. Zentrales Register aller Low-Code/No-Code-Anwendungen
  • Führen Sie einen einfachen Katalog aller selbstentwickelten Apps und Workflows
  • Erfassen Sie Grundinformationen wie Zweck, Verantwortliche, genutzte Daten und Systeme
  • Ein einfaches Spreadsheet oder Wiki-Seite reicht für den Anfang völlig aus

Ein solches Register schafft Transparenz und hilft, Doppelentwicklungen zu vermeiden.

2. Klare Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Definieren Sie, wer für welche Aspekte zuständig ist (Fachbereich vs. IT)
  • Benennen Sie konkrete Ansprechpartner für jede selbstentwickelte Anwendung
  • Klärung, wer für Wartung, Support und Weiterentwicklung verantwortlich ist

Diese Rollenklarheit verhindert Missverständnisse und stellt sicher, dass alle Anwendungen „Besitzer“ haben.

3. Einfache Freigabeprozesse für neue Apps
  • Erstellen Sie einen leichtgewichtigen Prozess zur Genehmigung neuer Anwendungen
  • Prüfen Sie grundlegende Aspekte wie Datenschutz, Sicherheit und Integration
  • Halten Sie den Prozess schlank – ein langsamer Freigabeprozess wird umgangen werden!

Ein einfacher Freigabeprozess stellt Qualität sicher, ohne unnötige Bürokratie zu schaffen.

4. Verständliche Sicherheits- und Compliance-Richtlinien
  • Erstellen Sie kurze, klare Leitlinien in verständlicher Sprache
  • Fokussieren Sie auf die wichtigsten Aspekte (Datenschutz, Zugriffsrechte, sensible Daten)
  • Bieten Sie praktische Checklisten für Citizen Developer an

Klare Richtlinien helfen Citizen Developern, von Anfang an sichere Anwendungen zu entwickeln.

5. Standardbausteine und Vorlagen
  • Stellen Sie vorkonfigurierte, geprüfte Komponenten für häufige Anforderungen bereit
  • Beispiele: Login-Prozesse, Datenschutzhinweise, Standard-Freigabeprozesse, Protokollierung
  • Diese Bausteine sparen Zeit und erhöhen die Konsistenz und Sicherheit

Standardbausteine verhindern, dass jeder Citizen Developer das Rad neu erfinden muss.

6. Schulungen und Community-Formate
  • Bieten Sie kurze Schulungen zu Governance-Themen an
  • Fördern Sie den Austausch zwischen Citizen Developern durch regelmäßige Treffen
  • Schaffen Sie eine Kultur des Teilens von Wissen und Best Practices

Eine aktive Community erhöht die Qualität der Anwendungen und verteilt das Wissen im Unternehmen.

Governance als Balanceakt

In KMU geht es bei Low-Code Governance um einen klugen Balanceakt: Die IT sollte steuern und Qualität sicherstellen, aber Innovationen aus den Fachbereichen nicht ausbremsen. Eine leichtgewichtige, pragmatische Governance hilft, die Vorteile von Low-Code zu maximieren und gleichzeitig Risiken zu minimieren.

Das Ziel ist nicht perfekte Kontrolle, sondern eine sinnvolle Begleitung des Digitalisierungsprozesses – ganz im Sinne des agilen Ansatzes, der auch Low-Code selbst prägt.

9. Zusammenfassung: Low Code Automatisierung als Schlüssel zur Digitalisierung und Effizienzsteigerung in KMU

Beschleunigung der Digitalisierung – innen und außen

  • Nach innen: Sie optimieren interne Prozesse, reduzieren manuelle Tätigkeiten und schaffen digitale Workflows, die früher Papierformulare und Excel-Listen erforderten.
  • Nach außen: Sie verbessern Kundenerlebnisse durch automatisierte Service-Prozesse, selbst entwickelte Kundenportale oder digitale Anfrage- und Bestellsysteme.

Diese zweifache Wirkung hilft KMU, nicht nur effizienter zu werden, sondern auch ihre Kunden besser zu bedienen.

Entlastung der Mitarbeiter und Abfederung des Fachkräftemangels

  • Zeitfressende Routineaufgaben werden automatisiert
  • Mitarbeiter können sich auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren
  • Manuelle Fehler werden reduziert, die sonst zusätzliche Korrekturarbeit erfordern würden

Low-Code-Automatisierung macht KMU produktiver mit den vorhandenen Mitarbeitern – ein entscheidender Vorteil bei Fachkräftemangel.

Reduzierung von Investitionsrisiken und Zugang zu modernen Technologien

  • Geringere Anfangsinvestitionen durch Cloud-basierte Abonnementmodelle
  • Schnelleres Feedback durch rasche Implementierung und damit reduziertes Projektrisiko
  • Zugang zu KI, Cloud-Computing und Automatisierungstechnologien, die sonst für KMU schwer zugänglich wären

Dies ermöglicht es auch kleineren Unternehmen, von Technologien zu profitieren, die früher Großunternehmen vorbehalten waren.

Förderung der Eigenentwicklung und Steigerung der Innovationskraft

  • Mitarbeiter mit Prozesswissen können direkt Lösungen gestalten
  • Innovationen müssen nicht mehr auf knappe IT-Ressourcen warten
  • Es entsteht eine Kultur der kontinuierlichen Prozessverbesserung

Durch diesen „Citizen Development“-Ansatz wird Digitalisierung zu einer gemeinschaftlichen Aufgabe im gesamten Unternehmen, statt einer isolierten IT-Aufgabe.

Der Weg nach vorn für KMU

  • Überschaubare Kosten
  • Schnelle Ergebnisse
  • Hohe Anpassungsfähigkeit
  • Selbstbestimmung durch eigene Entwicklung

In einer Zeit, in der digitale Transformation zum Überlebensfaktor wird, bietet Low-Code einen realistischen und zugänglichen Weg für KMU, ihre Prozesse zu modernisieren und wettbewerbsfähig zu bleiben.

10. Ausblick: Zukunftsentwicklungen im Bereich Low Code / No Code und Chancen für KMU

Stärkere KI-Integration

  • Automatisierte Datenaufbereitung: KI-gestützte Analyse und Bereinigung von Daten ohne Programmieraufwand
  • Prognosemodelle: Vorhersagen zu Kundenverhalten, Lagerbeständen oder Ausfallzeiten durch einfach konfigurierbare KI-Module
  • Intelligente Chatbots: Automatisierter Kundendialog ohne Programmierung komplexer Dialogsysteme
  • KI-Assistenz im App-Design: Vorschläge für Prozessoptimierungen und Anwendungsdesign durch künstliche Intelligenz

Für KMU bedeutet dies Zugang zu KI-Funktionen, ohne eigene Data-Science-Teams aufbauen zu müssen – ein erheblicher Wettbewerbsvorteil.

Mehr zu KI im Business finden Sie hier: Künstliche Intelligenz im Geschäftsleben.

Mehr branchenspezifische Lösungen

  • Vorgefertigte Templates und Prozessbausteine für bestimmte Branchen (Handel, Handwerk, Produktion, Dienstleistung)
  • Branchenspezifische Datenmodelle und Integrationen
  • Best-Practice-Workflows, die typische Branchenabläufe abbilden

Diese Spezialisierung wird es KMU erleichtern, noch schneller einsatzfähige Lösungen zu schaffen, die genau zu ihren Geschäftsmodellen passen.

Process Mining & Analytics in Low-Code-Plattformen

  • Automatische Erkennung von Prozessschwachstellen und Optimierungspotentialen
  • Echtzeit-Monitoring von automatisierten Workflows
  • Datenbasierte Entscheidungsunterstützung für weitere Automatisierungsschritte

KMU können damit ihre Prozesse kontinuierlich verbessern und auf Basis von Daten statt Bauchgefühl optimieren.

Tiefere Integration mit ERP/CRM-Systemen

  • Nahtlose Anbindung an bestehende ERP- und CRM-Systeme
  • Anpassung und Erweiterung von Standardsoftware ohne Programmierung
  • Brücken zwischen verschiedenen Standardsystemen bauen

Dies ermöglicht KMU, ihre bestehenden Investitionen in Standardsoftware zu erhalten und gleichzeitig flexibler auf spezifische Anforderungen zu reagieren.

1. Frühzeitig LCNC-Strategie und Governance etablieren
  • Definieren Sie Ziele und Anwendungsbereiche für Low-Code in Ihrem Unternehmen
  • Schaffen Sie klare Rahmenbedingungen für den Einsatz (Governance)
  • Integrieren Sie Low-Code in Ihre langfristige IT-Strategie
2. Pilotprojekte starten
  • Wählen Sie einen überschaubaren, aber relevanten Anwendungsfall
  • Sammeln Sie Erfahrungen mit ausgewählten Plattformen
  • Demonstrieren Sie Erfolge, um interne Akzeptanz zu fördern
3. Gezielter Aufbau von Citizen Developern
  • Identifizieren Sie digital affine Mitarbeiter in Fachabteilungen
  • Fördern Sie diese durch Schulungen und Freiräume
  • Schaffen Sie Austauschformate und interne Communities
4. Auf Integrationsfähigkeit achten
  • Wählen Sie Plattformen, die gut mit Ihren bestehenden Systemen zusammenarbeiten
  • Achten Sie auf offene APIs und Standardschnittstellen
  • Vermeiden Sie isolierte Insellösungen

Low-Code und No-Code sind keine vorübergehenden Trends, sondern entwickeln sich zu einer zentralen Säule der Unternehmenssoftware – besonders für KMU, die agil und kostenbewusst digitalisieren müssen. Wer jetzt die Weichen stellt, wird langfristig von dieser Entwicklung profitieren und Digitalisierung zum Wettbewerbsvorteil machen können.

FAQ

Was versteht man unter Low-Code Automatisierung?

Low-Code Automatisierung bezeichnet die Entwicklung von Software und digitalen Workflows durch grafische Benutzeroberflächen und geringe Code-Eingabe, um Prozesse schnell und flexibel zu digitalisieren, ohne herkömmliche Programmierung.

Welche Vorteile bietet Low-Code für KMU?

KMU profitieren von schnelleren Entwicklungszeiten, geringeren Kosten, Entlastung der IT, erhöhter Flexibilität und Zugang zu modernen Technologien wie KI.

Wie unterscheiden sich Low-Code und No-Code?

No-Code erfordert keine Programmierkenntnisse und ist für einfache Workflows geeignet. Low-Code erlaubt zusätzlich die Integration von eigenem Code für komplexere Anforderungen, womit ein Mittelweg zwischen Fachanwendern und Entwicklern geschaffen wird.

Was sind Citizen Developer?

Citizen Developer sind fachliche Anwender in KMU, die mit Low-Code/No-Code-Tools Anwendungen erstellen, ohne professionelle Entwickler sein zu müssen, und so die Digitalisierung in ihren Bereichen vorantreiben.

Warum ist Governance bei Low-Code wichtig?

Governance sorgt für Sicherheit, Compliance und Vermeidung von Wildwuchs bei selbst entwickelten Anwendungen, ohne dabei die Innovationskraft der Fachbereiche zu hemmen.

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